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Lässiges Möbel für moderne Nomaden

von Markus Schraml
Farmer Chair, Gerd Lange, Cor

Auf den ersten Blick leuchtet die Entscheidung des Polstermöbelspezialisten COR, den „Farmer Chair“ von Gerd Lange aus dem Jahr 1965 wieder aufzulegen, nicht ganz ein. Die geometrische Strenge der Steckverbindungen, die Lässigkeit scheinen nicht zum Portfolio von COR zu passen. COR-Inhaber Leo Lübke sieht jedoch in diesem Sessel eine Art Manifest der Schlichtheit, Flexibilität und Ökologie, das genau in unsere Zeit passe. Außerdem sei er äußerst bequem. Lübke weiß das, denn in seiner Kindheit standen rote „Farmer“-Sessel auf der Terrasse seines Elternhauses. Er ist also damit aufgewachsen. Diese Erinnerung führte wohl zum Wunsch, den „Farmer Chair“ neu aufzulegen. Das Original wurde von Bofinger in Stuttgart produziert und Gerd Lange sagt im Interview, dass man etwas „Derbes“ machen wollte, etwas Antibürgerliches und Unkonventionelles. Derb ist der Sessel allerdings keineswegs, denn die offenliegenden Steckverbindungen sind in ihrer Einfachheit tatsächlich sehr elegant. Architekten, Maler und Künstler richteten sich in den 1960er-Jahren damit ein. Lübke hat heute Zielgruppen wie hippe Start-ups im Blick.

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Das Prinzip des „Farmer Chair“ folgt einem Baukastensystem. Das heißt, Nutzer*innen können sich diesen Sessel selbst zusammenbauen. 1965 war er der Erste seiner Art. 55 Jahre später stellte sich natürlich die Frage nach Anpassungen und Verbesserungen. Aber nachdem das COR-Team zahlreiche Tests durchgeführt hatte, landete man mehr oder weniger wieder bei der ursprünglichen Ausführung Gerd Langes. Nur die Sitzfläche wurde um 2 cm angehoben. Nach wie vor ist die Rückenlehne kippbar sowie frei nach vorn und hinten verschiebbar. Massives, nur mit Öl behandeltes Holz aus kontrollierten Forsten, wetterfester Stoff aus Baumwolle und recyceltem PET-Material machen den Sessel auch Outdoor einsetzbar. Ein Gegenentwurf zum Trend, den Außenbereich immer wohnlicher auszustatten – etwa mit Sofa-Landschaften.

Im Video-Interview sprechen Gerd Lange und Leo Lübke über den „Farmer Chair“.


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