Home Design Mobilität als Erlebnis – Teorema von Pininfarina

Mobilität als Erlebnis – Teorema von Pininfarina

von Markus Schraml
Teorema, Pininfarina

Unter der Federführung von Kevin Rice, des seit März 2020 neuen Chief Creative Officer von Pininfarina, entwickelte das Designunternehmen ein neues Konzept für vollelektrische, autonome Mobilität. „Teorema“ heißt es und wurde komplett mittels VR-Technologie erstellt. „Pininfarina hat schon immer in die Zukunft geblickt und mithilfe von Konzeptautos als Innovationswerkzeug die Richtung vorgegeben und neue Visionen im Hinblick auf Usability und Technologie in die Automobilindustrie eingeführt“, betont Rice.

Das Bestreben war, mit „Teorema“ das Vergnügen am Autofahren wiederzubeleben und Reisen zu einem besonderen Erlebnis zu machen. Im 21. Jahrhundert werden dafür neueste Technologien wie KI und 5G eingesetzt. Eine Besonderheit in diesem Konzept ist, dass es von innen nach außen entwickelt wurde. Die Designteams in Cambiano und Shanghai haben also zuerst das Interieur gestaltet und danach das Exterieur, das auf einem Elektro-Skateboard-Chassis basiert. Einen entscheidenden Anteil am Designprozess hatte das Pininfarina Vitual Lab, das Augmented Reality, Virtual Reality und Mixed Reality-Technologien verwendete, um unterschiedliche Formen, Erlebnisse und Szenarien schnell austesten zu können.

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Zugang über das Heck

Mit einer Höhe von 1,4 und einer Länge von 5,4 Metern bietet „Teorema“ sowohl komfortables Reisegefühl als auch ein Wohnzimmer-ähnliches Umfeld, das sich für einen längeren Aufenthalt eignet, wenn das Fahrzeug nicht in Bewegung ist. Dementsprechend betritt man das Fahrzeug wie einen Wohnraum über das Heck, das sich großzügig öffnen lässt. Die Grundidee dieses Konzepts eines Autos als Wohnzimmer ähnelt dem „MINI Vision Urbanaut“ der BMW Group, wo es auch darum geht, das Fahrzeug als neuen Erlebnisort zu definieren.

Der Innenraum von „Teorema“ kann unterschiedlich genutzt werden. Die Nutzer*innen sitzen in einem Fünfeck, wodurch vorne eine schmale Kabine und weiter hinten ein großzügiger Raum entsteht. Dieser modulare Raum gleicht einem Wohnraum, in dem verschiedenste Aktivitäten gesetzt werden können, der aber vor allem auch als Rückzugsort dienen soll, wo man sich ausruhen und sogar schlafen kann. Da es keine seitlichen Fahrzeugtüren gibt, kann der Raum flexibel angepasst werden.

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Aerodynamische Performance

„Teorema“ weist eine besondere Aerodynamik auf, die im Windkanal getestet wurde. Das Fehlen von Seitentüren erlaubt nicht nur eine gute Windschlüpfrigkeit, sondern beeinflusst auch das Exterieur-Design in positiver Weise. „Teorema“ kann völlig autonom fahren. Es gibt aber auch einen „Drive Mode“ sowie einen „Rest Mode“, bei dem das Interieur zu einem sozialen Raum wird, in dem sich die Menschen frei bewegen können. Dazu verändern sich die intelligenten Sitze automatisch.

Virtuelle Bilder und intelligentes Glas

Für dieses virtuelle Konzeptfahrzeug arbeitet Pininfarina mit einer Reihe von Partnern zusammen. So liefert WayRay mit seiner True Augmented Reality-Technologie gestochen scharfe, lebendige virtuelle Bilder mit erstaunlicher Farbtiefe. Diese Infos etwa über den Verkehr oder Sehenswürdigkeiten erscheinen hinter der Windschutzscheibe sowie an den Seitenscheiben des Autos. Die Passagiere haben die Möglichkeit, mit diesen Bildern zu interagieren. Continental Engineering Services wiederum steuern smarte Oberflächen und intelligentes Glas bei. Pop-up-Buttons sind unter den Innenflächen des Autos versteckt und erscheinen erst, wenn der Fahrer/die Fahrerin mit der Hand darüber fährt. Die Verwendung von smartem Glas im hinteren Teil des Wagens ermöglicht es den Passagieren, das von außen einfallende Licht zu regulieren.

Die Sitze wurden gemeinsam mit Poltrona Frau entworfen. Sie lassen sich zusammenklappen oder in eine Bank bzw. ein Kinderbett verwandeln. Ein wichtiger Partner ist auch BENTELER mit dem Rolling Chassis. Diese Plattform (BENTELER Electric Drive System, BEDS) ermöglicht eine sehr niedrige Bauweise, was dazu führt, dass im Inneren mehr Platz zur Verfügung steht, die Gesamterscheinung aber trotzdem nicht zu hoch ausfällt.

Elektrifizierung, autonomes Fahren und Hyperkonnektivität sind die zentralen Themen im Autodesign 2021. Damit sollen auch neue Fahr- und Reiseerlebnisse geschaffen werden. Den Autoinnenraum als Wohnzimmer zu definieren erinnert zwar an die Funktionen eines Campingbusses, erhält aber durch all die fortschrittliche Technik ein völlig neues Flair.


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