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Österreich-Pavillon der Architektur-Biennale 2018

von Markus Schraml
Österreich Pavillon Architektur-Biennale

Der österreichische Beitrag zur Biennale Architettura 2018 in Venedig trägt den Titel: „Thoughts from Matter“ und soll ein Plädoyer sein, für die Kraft von Architektur als intellektuelle Auseinandersetzung mit der Welt sowie für die Freiheit, Räume auch abseits funktionaler und ökonomischer Zwänge zu denken. LAAC, Henke Schreieck und Sagmeister & Walsh schaffen dafür eine konzeptuell und materiell vielschichtige Rauminstallation.

„Architektur als kulturelle Praxis setzt auf Inhalt statt auf gebaute Funktionsschemen. Der Inhalt ist eine Vision von Zusammenleben und das Vermögen, bestehende Regelwerke zu hinterfragen und neu zu erfinden. Im Streben nach diesem kontextuell immer wieder Neuen, entstehen Dinge von Bedeutung“, sagt Kuratorin Verena Konrad. In drei Installationen, die sich inhaltlich und räumlich überlagern, nähern sich LAAC, Henke Schreieck und Sagmeister & Walsh dem Prinzip von Architektur und Gestaltung als Erzeugen eines neuen Kontextes und als relationale Größe.

Österreich Pavillon Architektur-Biennale
Ausstellungsansicht „Sphäre 1:50.000“ (LAAC). Foto: © Martin Mischkulnig
Österreich Pavillon, Architekturbiennale
Österreich Pavillon 2018, Außenansicht. Foto: © Martin Mischkulnig
Österreich Pavillon Architktur-Biennale
Ausstellungsansicht „Layers of Atmosphere“ (Henke Schreieck). Foto: © Martin Mischkulnig
Österreich Pavillon Architektur-Biennale
Videostill aus „Beauty=Function“ (Sagmeister & Walsh).
Österreich Pavillon Architektur-Biennale
v.l.n.r.: Frank Ludin, Marta Schreieck, Dieter Henke, Jessica Walsh, Stefan Sagmeister, Verena Konrad, Kathrin Aste. Foto: © Darko Todorovic
Gedankliche Möglichkeitsräume

LAAC nähert sich in der Arbeit „Sphäre 1:50.000“ dem Freiraum (Freespace lautet das Generalthema der Architektur-Biennale) in Form einer räumlichen Abweichung. In den Pavillon wird eine gekrümmte Kreisfläche eingeschrieben, die das Segment einer Sphäre offenbart. Der kugelförmige Körper steht im Maßstab 1:50.000 zur Erde und dezentralisiert das symmetrische Bauwerk. Die spiegelnde Oberfläche des gekrümmten Bodens öffnet vielfältige Raumbezüge.

Die Wirkung von Atmosphäre

In der Arbeit „Layers of Atmosphere“ erzeugen Henke Schreieck mit einer zweiteiligen Rauminstallation unterschiedliche Atmosphären in zwei gleichen Räumen: hell und dunkel, dicht und licht, konstruktiv und poetisch, West und Ost begegnen sich als Gegenüberstellungen. Konstruktionsweise, Materialität, Farbe und Lichtstimmung erwirken duale Raumqualitäten. Von einer begehbaren Holzkonstruktion taucht man über eine Brücke in den Lichtraum aus Papier, durch dessen Materialität und Durchwanderung auch Geräusche, Zeit und Bewegung hinzukommen.

Schönheit und Funktion

„Beauty = Function“ stellt die Frage nach dem ästhetischen Anspruch von Architektur und nach der Notwendigkeit des Schönen im Alltag. In zwei Projektionen, angereichert mit Bildwelten aus der zeitgenössischen (Pop-)Kultur greifen Stefan Sagmeister und Jessica Walsh das kontrovers diskutierte Thema um Funktion und Schönheit auf. Materialität und Zeit spielen hier eine gänzlich andere Rolle. Das Digitalschöne und sein Einfluss auf die Rezeption von Architektur stehen im Vordergrund.

http://www.labiennale2018.at

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