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Passagierdrohne von Volkswagen in China

von Markus Schraml
V.MO Vokswagen China

Die Volkswagen Group China stellt mit dem V.MO den ersten Prototyp einer Passagierdrohne vor. Sie fällt in die Kategorie eVTOL (electric vertical take-off and landing aircraft) und bezeichnet elektrisch angetriebene Fluggeräte, die senkrecht starten und landen können. Seit Jahren arbeiten eine Reihe von Start-ups (auch in Deutschland, siehe Volocopter) an derartigen Fluggeräten. Der Einsteig von Volkswagen in dieses Segment zeigt, dass Luftmobilität im urbanen Raum ein immer konkreteres Zukunftsthema ist.

Der jetzigen Präsentation des V.MO gingen intensive Forschungs- und Entwicklungsarbeiten voran. Der Prototyp soll nun im Luftraum erprobt werden. Das Konzept sieht vor, dass das eVTOL in seiner endgültigen Ausführung vier Passagiere plus Gepäck über eine Entfernung von bis zu 200 km transportieren kann. „Wir wollen dieses Konzept langfristig zur Serienreife bringen und wie ein ,Flying Tiger‘ in diesem neuen und dynamischen Mobilitätsmarkt eine Vorreiterrolle übernehmen“, betont CEO Stephan Wöllenstein. Flying Tiger ist der Spitzname des Fluggeräts. China befindet sich derzeit im Jahr des Tigers.



Neues Design, neue Sicherheitsstandards

In den Prototypen sind bereits vorhandene Lösungen für autonomes Fahren und Batterietechnologien des Konzerns eingeflossen. Das Modell ist als X-Wing-Konfiguration konzipiert, mit einer Länge von 11,2 m und einer Spannweite von 10,6 m. Es verfügt über acht Rotoren für den Auftrieb und zwei Rotoren für den Vortrieb. Das Projekt wurde von jungen chinesischen Fachleuten entwickelt. „Dabei kamen nicht nur neue Designkonzepte und Materialien zum Einsatz, sondern es werden auch neue Sicherheitsstandards entwickelt, die den gesamten Entwicklungsprozess neu definieren und für Innovation sorgen“, sagt Wöllenstein. Er sieht dieses Projekt als ersten Meilenstein auf dem Weg zur Mobilität im urbanen Luftraum. Ob es der Volkswagen Group China tatsächlich gelingt, in diesem Bereich eine Vorreiterrolle einzunehmen, wird davon abhängen, ob der Konzern den zeitlichen und auch Wissensrückstand zum Mitbewerb aufholen kann. Andererseits hat ein Konzern wie VW in Bezug auf regulatorische Hürden natürlich ein sehr viel besseres Standing und auch mehr Möglichkeiten als ein junges Start-up.

Unterstützt wird das VW-Team von chinesischen Partnern wie z. B. Hunan Sunward Technology, einer Tochtergesellschaft der in Hunan ansässigen Sunward Group. Das Unternehmen hat sich auf die Entwicklung und den Vertrieb von Flugzeugen für die allgemeine Luftfahrt sowie zugehörige Dienstleistungen spezialisiert und ist ein Marktführer für leichte Sportflugzeuge.

Potenzial in Megastädten

Mit dem „Vertical Mobility“-Projekt zielt Volkswagen zunächst auf wohlhabende, technikaffine Kunden in China ab. Im Laufe dieses Jahres sollen eine Reihe von Flugtests zur technischen Optimierung durchgeführt werden. Ein verbesserter Prototyp soll dann bis Spätsommer 2023 noch weitere Testflüge absolvieren. Urbane Luftmobilität hat großes Potenzial für den Transport über kurze und mittlere Entfernungen. Besonders in China wird sie eine wichtige Rolle für die Zukunft des städtischen und kommunalen Verkehrs in den staugeplagten Megastädten spielen.


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