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Recycelbarer Sneaker durch Robotik

von Markus Schraml

Grundsätzlich sind Schuhe nicht recycelbar, da sie viele miteinander verklebte Materialien enthalten. Um dies zu ändern, ist es notwendig, die Anzahl der verwendeten Stoffe zu reduzieren. So zumindest der bisherige Weg. Entsprechende Projekte und Forschungen konzentrieren sich auf die Umsetzung mit nur einem einzigen Material. Dies hätte den Vorteil, dass sich der Schuh für den Recyclingprozess, also für das Schreddern besser eigenen würde. Andererseits erhalten Schuhe gerade durch das Zusammenspiel unterschiedlicher Materialien ihre Funktion und Haltbarkeit. Aspekte, die sich durch den Einsatz eines Mono-Materials verschlechtern würden.

Genau bei diesem Dilemma setzt der britische, in der Schweiz lebende Designer Maxwell Ashford an. Er hat einen Concept-Sportschuh entwickelt, der mittels Robotik recycelbar wird. Die Idee entstand im Verlauf eines Forschungsprojekts mit dem Titel „FRACTIONS“. Die Erkenntnis daraus war, dass aufgrund der vielen Produkte aus Multi-Materialien, die zunächst allesamt geschreddert werden, ohne sie nach Qualitäten zu trennen, die späteren recycelten Materialien von minderer Qualität sind. Was wiederum dazu führt, dass der Bedarf an neuen Materialien anhält.

Deshalb entwickelte er den RUEI-01, einen Sneaker, bei dem durch den Einsatz von Robotik vom Produktionsprozess bis zum Lebensende genau nachvollzogen werden kann, welche Materialien verwendet werden, woher sie kommen und wie sie zusammengesetzt sind. Dieses Wissen führt dazu, dass man genau sagen kann, nicht nur, wie die Dinge hergestellt, sondern auch, wie sie wieder auseinandergenommen bzw. recycelt werden können.

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Die Daten, die alle Objekt- und Materialinformationen beinhalten, erlauben dem Roboter, den Schuh exakt zu demontieren, zu trennen und die notwendigen Materialinformationen bereitzustellen. Dadurch wird es möglich, Materialien getrennt zu recyceln oder wiederzuverwenden. Und das erhöht die Chancen, dass recycelte Materialien von ihrer Qualität her besser mit neuen Materialien konkurrieren können. Was wiederum dazu führen würde, dass weniger oder letztendlich keine Ressourcen mehr gebraucht würden und die Müllmengen kleiner werden.

Maxwell Ashford ist einer jener Designer, die sich ihrer wichtigen Rolle innerhalb der Produktionskette bewusst sind und mit einem neuen Mindset an ihre Aufgaben herangehen. Mit seinem Zugang über neue Technologien und Systeme will er die ökologischen Auswirkungen, für die auch sein Berufsstand mitverantwortlich ist, minieren bzw. überhaupt völlig neue Produktionsmethoden kreieren.


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