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SEAT produziert Beatmungshilfen

von redaktion
SEAT produziert Beatmungshilfen

So viel Flexibilität überrascht nun doch ein wenig: In Martorell laufen derzeit keine SEAT Leon vom Band, sondern mechanisierte Beatmungshilfen. Damit unterstützt das Unternehmen in der Coronavirus-Krise das überlastete spanische Gesundheitssystem. Die Fertigungsanlage wurde in Rekordzeit umgerüstet. Nicolás Mora aus der Produktionsabteilung im SEAT-Werk in Martorell sagt: „Die Tatsache, dass wir unser Wissen und unsere Erfahrung dafür einsetzen können, dringend benötigte lebensrettende Geräte in Serie herzustellen, motiviert uns alle ungemein.“

Um ein serienreifes Modell einer Beatmungshilfe zu entwickeln, arbeitete ein Team von SEAT-Ingenieuren mit Hochdruck und entwarf dafür 13 Prototypen. In Zusammenarbeit mit dem Prototypenspezialisten Protofy.XYZ entstand so in kürzester Zeit eine qualitativ hochwertige Beatmungshilfe, das OxyGEN. Es besteht aus mehr als 80 elektronischen und mechanischen Komponenten, darunter Zahnräder aus dem 3D- Drucker, Getriebewellen und einem umgebauten Scheibenwischermotor. Die strenge Qualitätskontrolle des fertigen Geräts umfasst auch eine Sterilisation mit UV-Licht. OxyGEN wird seit Ende März in Martorell produziert. Dafür haben 150 Mitarbeiter*innen aus verschiedenen Unternehmensbereichen kurzerhand ihren Arbeitsplatz gewechselt und bauen nun dort, wo bislang die Montage des SEAT Leon stattfand, lebenswichtige Beatmungsgeräte.

Das Zulassungsverfahren für die neu entwickelte Beatmungshilfe läuft bereits. Dabei wird es umfangreichen Prüfungen unterzogen. Die Produktion in Martorell geht in der Zwischenzeit weiter – auch dank der vielen SEAT-Mitarbeiter*innen, die sich für dieses Projekt engagieren. „Wir wissen, dass wir einen wichtigen Beitrag dazu leisten können, Menschenleben zu retten. Schon dafür lohnt sich die ganze Arbeit“, sagt Francesc Sabaté aus der Abteilung Forschung & Entwicklung. Sowohl der Gemeinschaftssinn der SEAT-Mitarbeiter*innen als auch die unkomplizierte Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen und Einrichtungen ist für diese schnelle Umsetzung verantwortlich.

Beteiligte Unternehmen / Institute sind:

Protofy.XYZ, CMCiB, Universität Barcelona, Recam Laser, Doga Motors, Luz Negra, Ficosa, Bosch, IDNEO, Secartys, Espiroflex, Gaso, LCOE, Hospital del Mar, Clínic Krankenhaus Germans Trias i Pujol Krankenhaus, CMCiB (Catalan Centre for Comparative Medicine and Bioimaging), Cuatrecasas, Civil Guard, Urban Guard, Mossos d‘Esquadra, Nationale Polizeibehörde,

UPDATE: 06.04.2020

Die Beatmungshilfen von SEAT wurden von der spanischen Zulassungsbehörrde für Arzneimittel und Gesundheitsprodukte nun offiziell freigegeben. Damit dürfen die in Martorell gefertigten Beatmungshilfen für den klinischen Einsatz verwendet werden. Somit können 300 Einheiten pro Tag produziert und kostenlos zur Verfügung gestellt werden.

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