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STARTS Prize 2022 für Holly Herndon und Giulia Foscari

von redaktion
STARTS Prize 2022

Der von der Europäischen Kommission ausgelobte STARTS Prize zeichnet innovative Projekte an der Schnittstelle von Wissenschaft, Technologie und Kunst aus. Sie sollen das Potenzial besitzen, einen entscheidenden Einfluss auf wirtschaftliche und soziale Verbesserungen in Europa auszuüben. Insgesamt 1499 Einreichungen aus 96 Ländern zählte der STARTS Prize 2022. Die mit jeweils 20.000 Euro dotierten Hauptpreise gehen an Holly Herndon aus den USA und Giulia Foscari aus Italien.

Die beiden höchsten Auszeichnungen des STARTS Prize heißen Grand Prizefor Artistic Exploration und Grand Prize for Innovative Collaboration, darüber hinaus werden 10 „Honorary Mentions“ und 18 „Nominations“ verliehen. Holly Herndon, die den Großen Preis für künstlerische Erforschung erhält, hat mit Holly+ ihren digitalen Zwilling geschaffen, der genutzt werden kann, um Musik zu machen. Ihr „Holly+“-Instrument macht es möglich, mehrstimmige Audiodaten auf einer Website hochzuladen und eine mit Hollys Stimme gesungene Version davon zu erhalten. Die aktuellste Version von „Holly+“ funktioniert sogar in Echtzeit und kann damit für Performances genutzt werden.

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Entwickelt wurde „Holly+” vom Herndon Dryhurst Studio, Never Before Heard Sounds (NYC) und Voctro Labs (Barcelona). Das Kooperationsprojekt verbindet Machine Learning, frei verfügbare Online-Instrumente und -Tools, um es Menschen zu ermöglichen, einfach und schnell kreativ zu werden. „Holly+“ ist in ein umfassendes Kunst- und Forschungsprojekt eingebettet, das auch ökonomische Aspekte untersucht. Hunderte von Menschen sind Teil der „Holly+ DAO“ (Dezentralisierte Autonome Organisation) und können über Hollys digitalen Zwilling und seine angemessene Nutzung mitbestimmen. Einmal genehmigt, kann jedes mit ihrer Stimme geschaffene Werk auf seine öffentliche Holly+DAO-Identität hin überprüft werden. 70 Werke wurden bislang verkauft. Alle Gewinne aus dem Verkauf genehmigter Werke werden zwischen dem Ersteller (50 %), der DAO (40 %) und Holly selbst (10 %) aufgeteilt. Das Geld der DAO wird verwendet, um Holly+ weiterzuentwickeln und neue Instrumente zu kreieren.

Antarktis als Schatz für die Klimaforschung

Giulia Foscari / UNLESS rief „Antarctic Resolution“ ins Leben, um mehr Aufmerksamkeit auf die Antarktis als eines der wenigen globalen Gemeingüter zu lenken und um eine Interessenvertretung für den einzigen Kontinent ohne einheimische Bevölkerung zu begründen. Ihre Botschaft: Der Schutz der Antarktis ist der Schutz unserer eigenen Spezies. Dafür erhält sie den Grand Prize für innovative Zusammenarbeit.

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Foscaris „Antarctic Resolution“ ist ein transnationales und multidisziplinäres Gemeinschaftsprojekt und wurde anlässlich des 200. Jahrestages der ersten aufgezeichneten Landung von Menschen auf dem Kontinent als 1000-seitiges Buch veröffentlicht (Lars Müller Verlag). Verfasst wurde die Erklärung von 150 führenden Antarktis-Fachleuten. Der Band beinhaltet zahlreiche wissenschaftliche Studien, fotografische Essays, datengestützte Infografiken, Kartografien und Architekturzeichnungen. Anlässlich des 30-jährigen Bestehens des Umweltschutzprotokolls zum Antarktisvertrag (Madrid, Spanien) wurde das Projekt im Zentralpavillon der 17. Internationalen Architekturbiennale in Venedig sowie im Madrider Museo Nacional Thyssen-Bornemisza groß präsentiert.

Das Abschmelzen des Eises von Antarktika stellt eine Bedrohung für die Küstenregionen dieser Erde dar. Die Antarktis bietet allerdings auch die Chance für einen ganzheitlichen Blick auf das Thema Klima, denn sie ist eine riesige Fundgrube für wissenschaftliche Daten über die Klimageschichte und damit eine beweiskräftige Grundlage für umweltpolitische Maßnahmen.

Die Gewinner des STARTS Prize 2022 werden im Rahmen des Ars Electronica Festival in Linz sowie bei einer Reihe von Veranstaltungen der Partner Bozar, Waag, INOVA+, T6 Ecosystems, French Tech Grande Provence und der Frankfurter Buchmesse prominent präsentiert.

Video der Preisverleihung in voller Länge:


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