Home Design TOP 10 – Designnews aus Schweden

TOP 10 – Designnews aus Schweden

von Markus Schraml

Möbelhersteller haben im vergangenen Jahr gelernt, dass sie sich nicht mehr darauf verlassen können, ihre Neuheiten im Rahmen von Messeevents zu präsentieren. Viele ergreifen deshalb die Initiative und veranstalten individuelle Ereignisse – natürlich in digitaler Form. Eine weitere Möglichkeit sind nach wie vor Design Weeks, die im Unterschied zu Messen dezentral organisiert sind und deshalb – mit Einschränkungen und besonderen Maßnahmen – stattfinden dürfen. Das traf auch auf die Stockholm Design Week zu. Die Showrooms der Hersteller waren geöffnet und konnten gegen Voranmeldung besucht werden. Alle Veranstaltungen mit Messe-Charakter dagegen wurden abgesagt bzw. durch digitale Angebote ersetzt.

Das Leben / Geschäft geht weiter und deshalb haben auch 2021 zahlreiche schwedische Designmöbelunternehmen den Anlass der Stockholm Design Week genutzt, um ihre Neuheiten digital und/oder vor Ort vorzustellen. Die formfaktor-Redaktion hat eine Auswahl getroffen und präsentiert die TOP 10 des schwedischen Möbeldesigns in diesem Frühjahr.

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Unter dem Slogan „Space Matters“ zeigte Lammhults drei neue Kollektionen im neu gestalteten Flagshipstore in Stockholm. Sie markieren eine neue Ausrichtung der Marke. Ein herausragendes Design haben das dänische Duo Johannes Foersom und Peter Hiort-Lorenzen mit „Trioo“ abgeliefert. Inspiriert von der Form einer Austern-Schale, aber auch von der Designphilosophie des Unternehmens, schufen sie eine natürliche, unkompliziert wirkende Form, die für Komfort und ergonomische Unterstützung sorgt. Die Idee war, einen Stuhl in drei unterschiedlichen Ausführungen zu kreieren, wodurch verschiedene Funktionen und Einsatzbereiche bedient würden. Dies erreichen sie mit drei unterschiedlichen schalenförmigen Rückenlehnen. „Trioo“ ist in Furnier aus Eiche oder Esche Natur bzw. gebeizt erhältlich. Der Sitz kann außerdem mit Stoff oder Leder bezogen werden.

Lammhults zeigte auf der Stockholm Design Week unter anderem die Neuheit „Trioo“ der Designer Johannes Foersom und Peter Hiort-Lorenzen. © Foto: Erik Lefvander

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Ebenfalls drei Neuheiten hat Blå Station unter anderem in einer Video-Präsentation vorgestellt. Sofort ins Auge springt „Big Talk“, ein Design des Australiers Adam Goodrum. Er hat diesen Sessel ursprünglich für das Projekt „Knit! by Kvadrat“ entwickelt. Dabei ging es darum, Objekte und Anwendungen für Stoffe von Febrik/Kvadrat zu finden. Blå Station war von diesem Design begeistert und übernahm kurzerhand die Serienproduktion, ohne großartige Änderungen durchführen zu müssen. Form und Funktion sind vom viktorianischen Love Seat oder Tête-à-tête Zweisitzer inspiriert, bei dem sich zwei Personen in perfekter Konversationsposition gegenübersitzen. „Big Talk“ eignet sich aber auch für größere Zusammenstellungen, indem die Schlangenlinie und die bunten Kvadrat-Stoffe ein beeindruckendes Bild abgeben.

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3

Die Designer Stefan Borselius und Thomas Bernstrand erhielten von Blå Station den Auftrag einen kleinen, leichten und doch komfortablen Sessel zu gestalten. Das Ergebnis heißt „Jackson“ und macht sich gut in Lounge Areas, Hotelbars oder Restaurants. Der Sessel lebt vom Kontrast des vollen Volumens von Basis, Sitz und Rücklehne zur Armlehne, die in einem deutlich sichtbaren Bogen um die Rückenlehne läuft. Sie kann aus Messing, mattem Chrom, schwarzem Oxid bestehen oder lackiert sein. Die Stangenenden sind aus Walnuss, Eiche oder Esche gefertigt. Die kleinen Füße stehen im Dialog zur Armlehne und runden das Design ab.

“Jackson“ von Stefan Borselius und Thomas Bernstrand ist relativ klein, leicht und doch komfortabel. Der Sessel lebt vom Kontrast des Volumens zur Armlehne. © Blå Station

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In Schweden gibt es eine ganze Reihe von Herstellern, die sich auf Büromöbel spezialisiert haben. Offecct ist einer der bekanntesten und hat 2021 unter anderem das erfolgreiche Font-System von Matti Klenell erweitert. Das Design wurde ursprünglich für das Schwedische Nationalmuseum in Stockholm entwickelt. „Vom Beginn an gab es die Idee, dass das System über das Museum hinauswächst und auch in vielen unterschiedlichen öffentlichen Räumen verwendet werden kann. Das ist nun passiert und mit den neuen Teilen ist die Flexibilität und Vielseitigkeit noch größer geworden und eröffnet viele Möglichkeiten“, sagt Matti Klenell.

Offecct hat 2021 unter anderem das Font-System von Matti Klenell erweitert. © Offecct, Foto: Björn Ceder

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Ein ganz neues Produkt kommt vom Akustikspezialisten Abstracta. Designer Thomas Bernstrand hat mit dB Modular ein Sofa entworfen, das öffentliche Räume anpassungsfähiger macht und ganz nach dem Motto des Unternehmens „angenehme Klanglandschaften“ kreieren kann. Dabei werden Textilabfälle aus Abstractas eigener Fabrik als akustisches Füllmaterial verwendet. Das ist positiv für die Umwelt und verringert den Pegel des niederfrequenten Lärms. DB Modular ist für Coworking Spaces, für Einkaufszentren und Lobbys konzipiert.

dB Modular schafft Soundscapes, akustisch angenehme Landschaften. Design: Thomas Bernstrand. © Abstracta

6

Nachdem Johanson in einen neuen, größeren Showroom in Stockholm umgezogen ist, präsentiert das Unternehmen mit „Moment“ ein Möbel von Johan Lindstén. Der Designer spielt dabei mit der Form des Rechtecks und schafft einen streng reduzierten, stabilen Stuhl, der an das Bauhaus erinnert.

Designer Johan Lindstén spielt in „Moment“ mit der Form des Rechtecks. © Johanson

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Karl Andersson & Söner blickt mit dem neuen Möbel „Sander“ zurück in die 1950er-Jahre und interpretiert den Blockhaussessel völlig neu. Geschwungener Rücken aus Furnier, geschliffen und polierte massive Holzarmlehnen, auf Wunsch auch mit Stoff bezogen, machen „Sander“ komfortabel und absolut zeitgemäß.

„Sander“ interpretiert den Blockhaussessel völlig neu. © Karl Andersson & Söner

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Eine weitere Neuheit von Karl Andersson & Söner heißt „Meander“ und wurde von Nachwuchsdesigner Hannes Åström entworfen. Das Briefing sah vor, ein Sitzsystem zu kreieren, das so modular sein sollte, dass es in Räumen aller Formen und Größen eingesetzt werden könnte. Åström schuf ein System aus einem geraden Sofa, einer Bank in drei verschiedenen Längen mit oder ohne Armlehnen sowie gebogene Module. In Zusammenstellung ergibt dies eine sanft geschwungene horizontale Linie, die sich wie ein Fluss durch die Landschaft schlängelt. „Meander“ wurde vorrangig für öffentliche Innenräume wie Büros, Schulen, Einkaufszentren, Bahnhöfe und andere stark frequentierte Innenräume konzipiert.

Nachwuchsdesigner Hannes Åström hat für Karl Andersson & Söner das äußerst modulare Sitzsystem „Meander“ entworfen, das nahezu endlos durch Räume mäandern kann. © Karl Andersson & Söner

9

Svenskt Tenn durchforstete sein historisches Archiv und förderte drei neue Stühle von Josef Frank zutage. Derzeit werden sie in der ersten Ausstellung des Jahres gezeigt. „Die Planung für diese Ausstellung begann bereits vor einigen Jahren“, erzählt Thommy Bindefeld, Marketing- und Kreativdirektor bei Svenskt Tenn. „Wir wollten hervorstreichen, was Svenskt Tenn wirklich ausmacht, nämlich Josef Franks typische Möbel, für die er bekannt ist. Josef Frank hat eine eigene Philosophie über diese alltäglichen Möbelstücke und wie man einen Stuhl am besten designen sollte. Das ist ein wichtiges, nachhaltiges Wissen, das wir teilen möchten.“ In den späten 1920er-Jahren designte Frank eine Reihe von Stühlen, einige davon wurden von Thonet-Mundus produziert. Darunter der P4-Bugholzstuhl. Die Originalskizze befindet sich im Svenskt Tenn-Archiv und der Stuhl wurde höchstwahrscheinlich niemals hergestellt – bis jetzt. Die Inspiration für den Chair 1179, ein Design aus dem Jahr 1947, schöpfte Frank aus dem alten Ägypten. Zu dieser Zeit war er gerade aus Amerika zurückgekehrt und arbeitete mit Larsson Korgmakare in Stockholm. Wie im Original wird der Rahmen heute aus Mahagoni von Gärsnäs in Österlen hergestellt. Die Sitzfläche aus natürlich gegerbtem Leder aus der Tärnsjö-Gerberei wird per Hand auf den Rahmen genagelt. Schließlich wird die Rückenlehne von Larsson Korgmakare hinzugefügt. Das dritte Möbel stammt aus den 1940er-Jahren und wurde von Frank als Sessel für einen Schminktisch im Schlafzimmer geschaffen. Es ist ein kleiner Clubsessel, der heute von der O.H. Sjögrens Möbelfabrik in Tranås hergestellt wird, einem Unternehmen, das seit 1982 Polstermöbel für Svenskt Tenn fertigt.

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String Furniture erweitert sein bereits jetzt sehr vielfältiges Angebot an Regalmöbeln für die unterschiedlichsten Einsatzbereiche. Aufhorchen lässt das String System Metall Outdoor, das erstmals in freistehender Variante für den Außenbereich angeboten wird. Die Besonderheiten: ein neuer verzinkter Standpfosten und eine Rückwand. Die knapp ein Meter hohen Pfosten mit verstellbarem Fuß ermöglichen dem Regalsystem selbstständig zu stehen. Die mit Löchern versehene Rückwand bietet Platz für Haken, an denen Werkzeuge, Blumentöpfe etc. befestigt werden können. Zusätzliche Standfestigkeit erhält das freistehende Regalsystem durch eine Sicherung am Boden.

String Furniture präsentiert 2021 erstmals ein freistehendes String System für Outdorr. © String Furniture, Foto: Marcus Lawett

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