Home Creation Open Air – Höchste Zeit, nach draußen umzuziehen
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Open Air – Höchste Zeit, nach draußen umzuziehen

Die Wärme hat lange auf sich warten lassen, aber nun kommt sie ansatzlos und droht mit hohen 30er Graden. Keine Klagen, bitte schön, sondern ab ins Freie und genießen. Wem dazu noch die richtige Sitzgelegenheit oder der notwendige Schattenspender fehlt, kann sich im Folgenden einige Tipps holen, wie man die Outdoor-Einrichtung noch schnell auf Vordermann bringt.

Der wahre Luxus ist Zeit“, sagt der argentinische Designer Alberto Lievore. Sinnvoll verbringen wir sie mit Freunden, mit uns selbst, zum Nachdenken. Den besten Raum dafür – die zweite Seite des wahren Luxus – bietet die Natur. Lievore empfiehlt diesen Raum optimal zu nutzen, und schuf dafür mit seiner Kollegin Jeanette Altherr für Fast ganz konkrete Vorschläge, die dem Savoir-vivre einen harmonischen Rahmen geben. Für den italienischen Outdoor-Spezialisten hat das in Barcelona ansässige Studio die Kollektionen Zebra, Moai, Knit und New Wood Plan entworfen. Dabei haben die Designer neue Werkstoffe, wie umweltfreundliche Naturfasern eingeführt, die für das aluminiumverarbeitende Unternehmen völlig neu waren. Für Fast-Geschäftsführer Marco Levrangi ist dies die Zukunft seines Unternehmens: umfassendere, vielseitigere Kollektionen. Generell geht es im Außenbereich um Flexibilität. Serien bleiben bei den Herstellern lange im Programm, werden ausgebaut und mit aktuelleren Stoffen bezogen. So wurde die Erica-Kollektion, die Antonio Citterio für B&B Italia entworfen hat und die 2017 eingeführt wurde nun um neue Sofas erweitert. Die einprägsam strukturierte Rückenlehne bleibt dabei selbstverständlich erhalten. Eine weitere Möglichkeit, bereits Erfolgreiches auf andere Gebiete auszudehnen, ist die Produktion von Outdoor-Versionen beliebter Indoormöbel. So geschehen beim Modell Peter von Flexform. Das geschwungene X-Design von Antonio Citterio (2004) wurde materialmäßig auf Outdoortauglichkeit getrimmt.

Steigen die Temperaturen, zieht es uns ins Freie. Vor allem der Stadtmensch braucht den Ausgleich in der Natur, dabei sollte das Eintauchen in diese gewissen Bequemlichkeitslevels nicht unterschreiten. Das trifft sich gut mit dem Trend, mehr Wohnlichkeit in den Outdoorbereich zu bringen. Vorbei die Zeiten, in denen sich die Zeitgenossin mit unbequemen billigen Stühlen, die mal schnell aus dem Schuppen geholt wurden, begnügte. Sofa und Sessel sorgen nun auch draußen für Komfort. Rodolfo Dordoni hat ganz in diesem Sinne für Kettal die Molo Kollektion entworfen. Die Gestaltung setzt auf Modularität, ein Thema, das vor allem in Außenbereichen, die in ihren Dimensionen äußerst unterschiedlich sein können, wichtig ist. Oder Loop von Gloster: Designer Henrik Pedersen formt das polierte Teakholz in breiten, leicht kurvigen Linien. Diese Großzügigkeit setzt sich in den ebenfalls breiten Gurten der Rückenlehne fort. Einen perfekten Rahmen für luxuriöse Sofalandschaften oder bequeme Strandliegen bietet der von Ludovica + Roberto Palomba gestaltete Pavillon Eivissa für Ethimo. Dieses Design steht für Weltoffenheit sowie mediterranen Charme und kreiert mit seiner eleganten Struktur einen attraktiven Ort. Übrigens ist Eivissa der katalanische Name für Ibiza, der Insel, die für Party, Strandfeeling und neuerdings lustige Videos bekannt ist.

Für Fans von hervorragender und außergewöhnlicher Holzbearbeitung bieten sich Möbel aus den Kollektionen von Riva 1920 für den Garten an. Den archaischen Spirit der Marke hat Designer James Durie mit der Bungalow-Serie perfekt eingefangen. Die abgerundeten Linien des Holzes, Gurtbespannung und komfortable Polster für Sitz und Rücken gehen hier eine wunderbare Beziehung ein. Einen völlig anderen Charakter nimmt die BUIT Kollektion von Gandiablasco an. Studio Mayice kombiniert hier eine perfekt geformte Aluminiumstruktur (eloxiert oder pulverbeschichtet) mit einem gesteppten Stoff von Kvadrat. Das Ganze hat Objektcharakter, der auch in einer Kunstgalerie gute Figur machen würde. Auffällig und doch irgendwie vertraut wirkt Sessel HYDRA aus der Outdoor-Kollektion von Smania. Die hochgezogene Rückenlehne bietet einen idealen Rückzugsort inklusive Sonnenschutz.

Wohnen im Freien ist gut und schön. Manch eine wird sich jetzt aber denken: Können vor Lachen. Was tun, wenn die nötigen Gartenquadratmeter fehlen und eher die trendige Kategorie Micro Living auf einen zutrifft. Dann bleibt nur zu sagen: Na gut, aber bitte mit Balkon. Auf dem kleinen Flecken Outdoor-Privatheit inmitten der städtischen Verdichtung, müssen die Möbel entsprechend kompakt sein. Gerade für diese Raumsituation gibt es eine Vielzahl von Produkten. Etwa den Flow-Stuhl von Weishäupl (den gibt es jetzt in aktuellen Sommerfarben und sogar als Schaukelstuhl) oder den TT54 von Richard Lampert, einem Klassiker von Paul Schneider-Esleben aus dem Jahr 1954. Der filigrane Stuhl braucht wenig Platz und der Balkon wird mit einem Stück Designgeschichte aufgewertet. Selbiges erreicht die Zeitgenossin auch mit der Anschaffung eines der neuen Vitra Fiberglass Chairs in einer der frühen Original-Farben. Charles & Ray Eames stießen auf dieses Material Ende der 1940er Jahre. Nachdem Vitra Anfang der 1990er Jahre die Produktion eingestellt hatte, wurde sie nun mit einem neuen Verfahren wieder aufgenommen. Erfreulicherweise ist der Stuhl jetzt auch recycelbar. Damals ein Produkt für die Masse, heute ein Designstück, das gerne mit auf den Balkon genommen wird.


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