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Tirana 2030 – der Blloku Cube in Bau

von Markus Schraml
Stefano Boeri Achitetti, Blloku Cube

Im Jahr 2016 legte das Architekturbüro von Stefano Boeri einen Masterplan für die albanische Hauptstadt vor. Unter dem Titel „Tirana 2030“ präsentierten die italienischen Architekten*innen eine Strategie, die vor allem darauf abzielt, die Stadt „grüner“ zu machen. Tirana macht die sehr hohe Feinstaubbelastung zu schaffen. Fünf Bereiche wurden dafür berücksichtigt: Natur, Infrastruktur, Innenstadt, Landwirtschaft und Wasser. Unter Berücksichtigung der Vielfalt und Komplexität der Metropole sollen öffentliche (Natur)räume und Raum für die Landwirtschaft geschaffen werden. So ist ein durchgehender Waldring mit Parks und Naturschutzgebieten geplant, der die bestehende Artenvielfalt erhalten und fördern soll. Auch an den Flüssen Lanë, Tiranë und Erzen sollen grüne Korridore entstehen, ebenso an der neuen 4. Ringstraße. Insgesamt sieht dieser Masterplan 13 strategische Projekte vor: Etwa eine Hochgeschwindigkeitsbahnstrecke zum Flughafen und zum Hafen, ein Radwegenetz oder noch mehr Busspuren in der Stadt, die stark vom individuellen Autoverkehr belastet ist.

Das erste Element des Masterplans, der Blloku Cube ist seit Kurzem in Bau. Es entsteht im gleichnamigen Bezirk, im städtischen Zentrum an der Kreuzung der Straßen Pjeter Bogdani und Vaso Pasha. Die Gegend entwickelte sich in der postkommunistischen Ära von einer verbotenen Militärzone zu einem Zentrum des Stadtlebens mit zahlreichen Einrichtungen, Geschäften, Bars und Restaurants. Hier wird das neue Gebäude mit einem Einkaufszentrum und Büros zu einer weiteren Belebung beitragen. Durch die architektonische Lösung im Erdgeschoss, der Gebäudequader wurde an der Kreuzungsseite eingeschnitten, wird ein halb überdachter Platz und somit eine Erweiterung des Gehsteiges geschaffen, was wie eine bauliche Einladung ins Einkaufszentrum wirkt. Der Shopping-Komplex nimmt auch den 1. Stock des Gebäudes ein, inklusive einer Sitzlandschaft innerhalb der geneigten Fassade als einem Ort der Entspannung. Die weiteren fünf Stockwerke sind für Büros vorgesehen, mit einem Dachgarten-Restaurant im 7. Stock.

Das herausragende Merkmal des Blloku Cube ist seine Fassade. Allerdings ist sie nicht nur sehr auffällig, sondern auch leistungsfähig in Bezug auf die thermische Effizienz. Der Grund dafür liegt in einer sogenannten „Double Skin“-Technologie. Die erste „Haut“ besteht aus einer geschlossenen Glasfassade, die für Energieeffizienz sorgt und akustischen Schutz im lauten Tirana bietet. Die zweite „Haut“ fungiert als technologisches Abschirmsystem und besteht aus quadratischen Modulen aus eloxiertem Aluminium, die aufgrund der darauf verschweißten Dreiecke für natürliche Beleuchtung sorgen. Jedes dieser kleinen Metallsegel schaut in eine andere Richtung und filtert das Sonnenlicht. Von außen betrachtet, ergibt das eine vibrierende, irisierende Fassadenoberfläche, deren Dreieckchen-Muster für Reflexionen in unterschiedlichen Farbnuancen sorgt.[su_quote]„Diese spezielle Fassadenlösung für unser erstes Projekt in Albanien spielt eine wesentliche Rolle, weil sie mit ihrer einzigartigen Erscheinung die Bedeutung als neues Wahrzeichen für dieses Stadtviertel unterstreicht.” Franscesca Cesa Bianchi, Projektleiterin[/su_quote]

Der Bau des Blloku Cube wurde im Juli 2018 begonnen und wird zur Gänze vom Tirana-Büro von Stefano Boeri Architetti gemanagt. Gemeinsam mit den Architekturstudios UNLAB und IND wird von hier aus der Masterplan „Tirana 2030“ weiterverfolgt. Das nächste Projekt ist der Bau von drei Schulen sein, die im Nordwesten der Stadt einen neuen Referenzpunkt für soziales und kulturelles Leben bilden sollen.

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