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Vienna Design Week unter neuer Leitung

von Markus Schraml
Vienna Design Week 2021

Am Anfang der Programmvorstellung zur Vienna Design Week 2021 stand die Übergabe der Festivalleitung von Lilli Hollein an Gabriel Roland. Mitgründerin Hollein, die ab 1. September ihren Posten als Generaldirektorin des Wiener Museums für angewandte Kunst antreten wird, zog ein kurzes Resümee, indem sie unter anderem sagte: „Es war viel aufregendes Leben für mich und uns alle. Und das ohne Pause. Ich habe keinen Tag bereut und jedes Jahr mit einer neuen Motivation und Begeisterung erlebt. Dabei bin ich vielen Menschen begegnet. Das war genauso interessant wie die aktuellen Fragestellungen des Designs, mit denen wir uns befasst haben.“ Abschließend betonte sie, dass sie ihr Team „schrecklich vermissen“ werde und sich darauf freue zu sehen, wie sich das Festival unter der neuen Leitung verändern werde, denn das solle es.

Festivalzentrale Sachsenplatz

Das Programm 2021 allerdings wurde noch von Lilli Hollein gemeinsam mit ihrem Team erarbeitet. Der heurige Fokusbezirk ist Brigittenau, also der 20. Wiener Gemeindebezirk, der zwischen Donaukanal und Donau liegt. Die Festivalzentrale wird auf dem Sachsenplatz ihr Lager aufschlagen. Als diesjähriger Location-Partner öffnet die Realita GmbH gemeinsam mit der Betha Zwerenz & Krause GmbH exklusiv für die Vienna Design Week die Tore zu den Gewerbehallen am Sachsenplatz. Auf 600 m² barrierefrei zugänglichen ehemaligen Werkräumen mit Oberlichten sowie Büros, die über einen Innenhof erreicht werden können, bietet sich genügend Platz für die Festivalorganisation und Aussteller*innen. Auch Vorträge, Talks und Diskussionen sowie ein Pop-Up-Café wird es hier geben. Robert Rüf und Bueronardin werden dafür wieder den geeigneten Rahmen inszenieren.

Vienna Design Week 2021
In der diesjährigen Festivalgrafik reflektiert Bueronardin das Bezirks-Wappen, kommuniziert lokale Begebenheiten und orientiert sich formal am Hannovermarkt. © Niko Havranek/ VIENNA DESIGN WEEK

Augmented Reality App

Im letzten Jahr konnten Festivalbesucher*innen erstmals auch via App am Festivalgeschehen teilnehmen. 2021 soll dieses Angebot erweitert werden. Programmiert von Studio Weholo macht die Augmented Reality App Wien zur digitalen Design-Landkarte. Beim Spaziergang durch die Stadt poppen an Designhotspots kleine Hinweise auf.

Resiliente Nachbarschaft in der Stadtarbeit

Gewohnte Formate wie „Stadtarbeit“ gibt es auch 2021. Programmpartner Erste Bank unterstützt die „Stadtarbeit“ im Rahmen des MehrWERT Sponsoringprogramms und verleiht zudem den Erste Bank MehrWERT-Designpreis. „Die Stadtarbeit beschäftigt sich heuer mit dem Thema Resiliente Nachbarschaft. Gerade im letzten Jahr wurde klar, dass Design Teil gesellschaftlicher Lösungen sein muss und dass Social Design konkrete Handlungsoptionen aufzeigen kann, wie durch Vernetzung verschiedene Akteure im Sozialraum zusammengebracht werden können und wie dadurch Resilienz im Grätzl ermöglicht werden kann“, erklärt Hanna Facchinelli, Projektmanagerin Stadtarbeit der Vienna Design Week. Die drei Stadtarbeit-Projekte 2021 sind „Artisans of Public Psyche (Maximilian Scheidl), missing-link / Ein Versatzstück der Stadtbahn (Marlene Lübke-Ahrens u. Wolfgang Novotny) und im20.wien (IDRV – Institute of Design Research Vienna).

Design für den Gebrauch

Die Ausstellung „Design Everday – Design für den Gebrauch 2021“ zeigt zum fünften Mal herausragend gestaltete Alltagsgegenstände von österreichischen Designer*innen. Auch das Format „Urban Food & Design“ wird fortgeführt. Dieses Jahr werden in einer eigens von Katharina Dankl kuratierten Ausstellung Nahrungsmittelquellen, Konsumgefüge und Darreichungsformen sowie soziale Kontexte im Bereich Lebensmittel untersucht. Für dieses spezielle Format arbeitet die Vienna Design Week bereits zum vierten Mal mit der Wirtschaftsagentur Wien zusammen. Sehr wichtig im Festivalerlebnis sind Talks, Touren und Vermittlungsangebote. Vielfach geht es dabei auch darum, mehr Menschen von außerhalb der Designbranche für das Thema Gestaltung zu interessieren. Gabriel Roland und sein Team wollen den Designbegriff aus der Luxus-Ecke herausholen und klarstellen, dass Design sehr viel weiter und tiefer geht.

Festivalpartner gesucht!

Noch sind einige Monate Zeit, bis die Vienna Design Week am 24. September 2021 startet. Deshalb der Aufruf des Festivals: „Nationale und internationale Unternehmen, Museen, Institutionen, Galerien und Designbüros sind eingeladen, sich mit temporären Beiträgen im Rahmen des zehntägigen Festivals zu präsentieren, einen Beitrag zur hiesigen Designszene zu leisten und gleichzeitig von dem umfassenden Netzwerk und der dichten Medienpräsenz der Vienna Design Week zu profitieren.“

Das Format Gastland bzw. welches Land zu Gast sein wird, steht noch nicht fest. Gabriel Roland sagte in diesem Zusammenhang, dass sich durch die Pandemie die Verhandlungen äußerst schwierig gestaltet hätten, dass sich aber ein vielversprechendes Programm in Planung befinde, allerdings noch nicht fix sei und deshalb auch nicht kommuniziert werde – noch nicht.

Als neue Generaldirektorin des MAK versprach die nun Ex-Festivalleiterin Lilli Hollein weiter mit der Vienna Design Week zu kooperieren „und ihr mit großem Stolz dabei zusehen, wie sie sich entwickelt.“ Obwohl schon für diesen Herbst einige Überraschungen angekündigt wurden, wird sich eine mögliche Transformation des Festivals unter der Leitung von Gabriel Roland wohl erst in der Ausgabe 2022 deutlicher zeigen.


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