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Wo bleibt die Designkritik?

von Markus Schraml
Designkritik, avedition

Im Band „Designkritik. Theorie, Geschichte, Lehre“ wird unter anderem Kritik an der fehlenden Designkritik in den Massenmedien geübt. Beitragsautoren wie Günter Höhne oder Klaus Klemp beklagen, dass gerade der Bereich, der unsere materielle, physische und sinnliche Umwelt betrifft, vom Feuilleton nahezu komplett ausgespart wird. Es gäbe Film-, Theater-, Buch- und Musikkritiken, aber keinerlei Designkritik. Dabei sei wenig so relevant wie die Gestaltung unserer Umwelt und ihrer Systeme, das Design von Gegenständen, die wir tagtäglich benutzen. Sie sind ein wichtiger, vor allem augenscheinlicher Teil der Kultur. Manches davon kann als kulturelle Leistung betrachtet werden, anderes bietet sich der Kritik an. Aber die bleibt aus.

Vermutlich liegt es daran, dass ernsthafte Kritik nur jemand üben kann, der über entsprechende Kenntnisse in Bezug auf Ästhetik, Produktqualität und vor allem kulturelle Zusammenhänge verfügt. Ohne Systemwissen, kein Urteil. Designkritik als Kulturkritik verlangt Wissen über das große Ganze und hier liegt wahrscheinlich der faule oder auch inkompetente Hund begraben.

Dieser Band, der im Verlag avedition und in Kooperation mit der Gesellschaft für Designgeschichte und der HfG Offenbach erschienen ist, stellt in 16 Beiträgen Fragen nach einer neuen Praxis der Designkritik, die vor dem Hintergrund der sich rasant veränderten Welt, neuer Technologien, sozialer Umwälzungen, einen stark erweiterten Designbegriff reflektieren und eben kritisch vermitteln kann.

Designkritik. Theorie, Geschichte, Lehre

Hrsg. von Siegfried Gronert und Thilo Schwer

Deutsch, 200 S., Hardcover, ca. 50 s/w Abb., 17 x 24,5 cm

ISBN 978-3-89986-278-2

Verlag: avedition

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